Jörg Meuthens Zentrumspartei scheitert an 2.000 Unterschriften-Hürde
Bild Jörg Meuthen: Info-DIREKT

Besserwisser sind eben keine Bessermacher – so könnte man zusammenfassen, was Ex-AfD-Sprecher nun genau in dem Moment passiert ist, wo ihm die angeblich radikalen Kräfte in der Partei nicht mehr im Weg gestanden sind. Aber der Reihe nach.

Ein Kommentar von Thomas Steinreutner

Nachdem Meuthen nur noch dadurch auffiel, dass er ständig gegen die eigene Partei schoss, trat er am 28. Jänner 2022 endlich aus der AfD aus. Er legte das Amt als Co-Sprecher zurück, behielt jedoch das unverschämt gut bezahlte EU-Mandat, das er durch die Partei bekam.


Eigene Parteigründung gescheitert

Seine großspurig angekündigten Pläne, er wolle eine eigene Partei gründen, verliefen schnell im Sand. Daher schloss er sich am 10. Juni 2022 der „Deutschen Zentrumspartei“ (ZENTRUM) an. Den Schritt setzte er nach reiflicher Überlegung, weil es ihm in der AfD „vollkommen unmöglich geworden [sei] auf Basis eines rein vernunftgeleiteten, bürgerlichen Wertefundaments (…) politisch zu arbeiten“, meinte Meuthen damals in einer Presseaussendung, für die sich niemand wirklich interessierte. Schließlich sind Leute wie Meuthen für die etablierten Medien nur spannend, wenn sie gegen ihre ehemaligen Kameraden schießen.

Meuthens Angebot interessiert niemanden

Bereits als AfD-Co-Sprecher träumte Meuthen davon durch ein bürgerliches, angepasstes, braves Auftreten der AfD breitere Wählerschichten ansprechen zu können. In seiner Presseaussendung zu seinem Parteieintritt in die Zentrumspartei fantasierte er:

„Wir haben (…) vollkommen unübersehbar eine riesige politische Repräsentationslücke in unserem Land. Ich kann die Menschen gar nicht mehr zählen, die mir allein in den ersten Monaten dieses Jahres in persönlichen Begegnungen erzählten, sie wüssten überhaupt nicht mehr, was sie noch wählen sollten.“

Blamage bei Realitätscheck in Niedersachen

Das mag zwar sein, dass viele Menschen nicht mehr wissen, was sie wählen sollen. Was sie jedoch genau wissen, ist, dass Jörg Meuthen und die Zentrumspartei keine Alternativen sind. So schaffte es Meuthens neue Partei in Niedersachen nicht einmal die 2.000 Unterschriften zu sammeln, die für einen Antritt bei der Landtagswahl im Herbst notwendig sind. Obwohl Niedersachen fast acht Millionen Einwohner hat, soll es ZENTRUM nur auf 1.200 Unterschriften gebracht haben. Die von Meuthen so oft kritisierte AfD kann und wird übrigens zur Wahl antreten.

Niemand braucht eine „AfD light“

Mit der Fehleinschätzung man könne die „riesige politische Repräsentationslücke“ mit einer Art „AfD light“ füllen, reiht sich Meuthen in die Liste seiner AfD-Sprecher-Vorgänger ein (Lucke, Petry). Gut, dass es Meuthen nicht gelang, die AfD nach seinen Vorstellung umzugestalten. Schade, dass Meuthen nicht all seine Vertrauten mitgenommen hat, als er die AfD verlassen hat.  

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Von Veritatis

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