Neun von elf Hinterbliebenen jener vier Personen, die der Islamist beim Terror-Anschlag in Wien am 2. November 2020 getötet hat, sind inzwischen aus Mitteln des beim Weißen Ring eingerichteten Terroropferfonds entschädigt worden. Insgesamt wurden die Ansprüche von 68 Betroffenen anerkannt. Sie haben insgesamt knapp über 450.000 Euro erhalten, teilte der Weiße Ring mit. Bei zwei Angehörigen sei jeweils noch ein Gutachten ausständig. In einem Fall wurde aber schon ein fünfstelliger Euro-Betrag als Vorschuss ausbezahlt.

Begräbniskosten werden ersetzt

Zusätzlich haben die Hinterbliebenen nach Vorlage der entsprechenden Rechnungen auch die Begräbniskosten erstattet bekommen. Psychotherapeutische Betreuung, die für etliche Angehörige unerlässlich war, fiel demgegenüber nicht in die Zuständigkeit des Opferfonds. Wie der Weiße Ring erläuterte, wurden entsprechende Behandlungen über das Verbrechensopfergesetz beim Sozialministeriumservice beantragt, genehmigt und bezahlt. Der Weiße Ring betreute in diesem Zusammenhang 220 Betroffene.

Bis es überhaupt so weit kam, war es ein harter Kampf: Denn die Republik wollte die Betroffenen und Hinterbliebenen mit dem pauschalen Gesetzesanpruch von 2.000 bis 4.000 Euro abspeisen. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sah darin bereits im Vorjahr eine Verhöhnung der Opfer. Er kritisierte den damaligen Innenminister und heutigen Kanzler Karl Nehammer (ÖVP), der sich hinter der Finanzprokurator verstecke und sich somit aus der Verantwortung stehle.

Zum Jahrestag des islamistischen Anschlags ließ Wochenblick das politische Versagen der Regierung vor und nach dem Attentat Revue passieren:

Üble Pannen im Nehammer-Ressort

Am 2.November 2020 hatte ein Islamist bei seinem Anschlag in der Innenstadt 17 Menschen angeschossen, wovon 13 mit dem Leben davonkamen. Vier Personen – 21, 24, 39 und 44 Jahre alt – starben. Zehn weitere verletzten sich auf der Flucht. Etliche Personen, die damals in der Innenstadt unterwegs waren oder in Lokalen bzw. Gastgärten saßen – es war ein lauer und der letzte Abend vor einem weiteren Lockdown – litten danach unter den psychischen Folgen jener Nacht und taten sich schwer, die traumatischen Ereignisse zu verarbeiten.

Wie später bekannt wurde, hätte der damalige Innenminister Nehammer den Anschlag verhindern können. Schließlich war der Terrorist bereits amtsbekannt. Zusätzlich gab es den konkreten Hinweis dass sich der spätere Terrorist mit Munition eindeckte. Nehammer blieb jedoch untätitig. Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ mit 118 Fragen ließ der ÖVP-Chef allerdings unbeantwortet.

Österreich im Visier von Islamisten

Dieser Angriff war nicht das einzige Attentat in Österreich, bei dem ein islamistisches Motiv kolportiert wurde. In der Grazer Innenstadt überfuhr ein gebürtiger Bosnier mit seinem Auto in eine Menschenmenge und tötete drei Menschen, darunter ein Vierjähriger. Erst vor wenigen Wochen fuhr die Mutter eines mutmaßlichen IS-Sympathisanten in Tirol einen Cobra-Beamten niederWochenblick berichtete. Der Elite-Polizist kam glücklicherweise mit dem Leben davon.



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Von Veritatis

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