Seit der letzten Sitzung der US-Notenbank Ende Juli spielen die Aktienmärkte das Szenario, der Höhepunkt der Inflation sei fast erreicht oder sogar schon überschritten. Auch in Europa hat diese Sichtweise sehr schnell an Zustimmung gewonnen. So verständlich es ist, dass ein jeder sich ein baldiges Ende der Teuerung wünscht, so unrealistisch ist es gleichzeitig.

Blicken wir allein auf die deutsche Inflationsentwicklung so ist der vermeintliche Rückgang der Inflation im Wesentlichen auf zwei Steuersenkungen, den Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket zurückzuführen. Sofern die Regierung keine Verlängerungen dieser Rabatte beschließt, werden diese in wenigen Wochen auslaufen.

Dann gelten wieder die normalen Steuersätze und es sind höhere Preise zu bezahlen. Ab Oktober droht der deutschen Bevölkerung mit der Gasumlage ein weiterer kräftiger Inflationsschub. Er wird kommen und weitgehend unabhängig vom Gaspreis sein. Steigt auch dieser in der kalten Jahreszeit weiter an, dürfte die Inflation schnell wieder Fahrt aufnehmen.

Ein Anstieg ist immer noch ein Anstieg

Von paradiesischen Aussichten sind wir somit weit entfernt und selbst wenn die Inflationsrate auch weiterhin sinken sollte, so heißt das keineswegs, dass auch die Preise wieder zurückgehen und die benötigten Produkte wieder billiger werden. Das liegt an der Art und Weise wie die Teuerung berechnet wird.

Die Ausgangsbasis für die Rate vom August ist das Preisniveau vom August 2021. Da dieses schon von einem gewissen Anstieg gekennzeichnet war, wird sich in der Tat ein gewisser statistischer Basiseffekt einstellen. Er könnte dazu führen, dass der Anstieg nicht mehr ganz so stark ausfällt.

Aber selbst wenn die Inflationsrate auf beispielsweise vier oder fünf Prozent zurückgehen sollte, heißt das immer noch nichts anderes, als dass heute im Durchschnitt fünf Prozent mehr für die gleichen Produkte bezahlt werden muss als noch vor einem Jahr. Wirklich erfreulich ist das nicht.





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Von Veritatis

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