Uralvagonzavod hat im Rahmen eines staatlichen Verteidigungsauftrags eine Partie modernisierter gepanzerter Reparatur- und Bergungsfahrzeuge BREM-1M an das russische Verteidigungsministerium geliefert. Dies teilte der Pressedienst von Rostec mit. “Zur Grundausstattung der BREM-1M gehören ein Hydraulikkran, eine Winde und ein elektrisches Schweißgerät. Diese Ausrüstung kann sowohl für die Evakuierung und Reparatur von Panzern als auch für die Wiederherstellung der Infrastruktur und damit des friedlichen Lebens in den befreiten Gebieten eingesetzt werden”, heißt es auf der Website des staatlichen Unternehmens.

Es wird erwähnt, dass der BREM-1M für die Begleitung von Einheiten mit T-72-, T-80- und T-90-Panzern auf dem Schlachtfeld vorgesehen ist. “Die BREMs leisten technische Unterstützung, evakuieren Einsatzfahrzeuge aus der feindlichen Feuerzone und leisten Hilfestellung bei Reparatur- und Wartungsarbeiten. Von einer rechtzeitigen Evakuierung der beschädigten Fahrzeuge und ihrer schnellen Reparatur hängt der Erfolg der militärischen Operationen ab”, erklärte man bei Rostec.

Der BREM-1M stellt eine verbesserte Version des sowjetischen Bergungspanzers auf der Grundlage des T-72 dar. Die moderne Modifikation basiert auf der T-90-Plattform und verfügt über einen V-92C2-Multifuel-Dieselmotor. Die Leistung dieses Aggregats beträgt 1.000 PS, die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn liegt bei mindestens 60 km/h, die mögliche Reichweite mit zusätzlichen Kraftstofftanks beträgt 700 km.

Die Ausstattung des BREM-1M besteht aus einer Winde mit einer auf 35 t erhöhten Zugkraft (beim sowjetischen Vorgänger: 25 t), einem Hydraulikkran mit einer Belastbarkeit von bis zu 20 t (gegenüber 12 t), einem Elektroschweißgerät und einer Sporn-Planierraupe, die das Fahrzeug während des Einsatzes der Winde in Position hält. Der BREM-1M ist mit technischen Beobachtungsgeräten zur Aufklärung und einem autonomen Flugabwehr-Maschinengewehr vom Kaliber 12,7 mm ausgestattet. Das Schutzniveau entspricht dem eines Panzers, wodurch das Fahrzeug unter feindlichem Beschuss operieren kann.

Unter Einsatzbedingungen

Die von RT befragten Experten bezeichnen den BREM-1M als ein zuverlässiges Gerät zur Panzerbergung und Reparatur vor Ort. Ihren Worten nach ist die Besatzung in der Lage, fast das gesamte Spektrum an Arbeiten zur Bergung beschädigter gepanzerter Kettenfahrzeuge durchzuführen, solange die erforderlichen Ersatzteile verfügbar sind.

“Der BREM ist, wenn man so will, ein verbesserter Klassiker der Reparatur- und Bergungsfahrzeuge. Fahrzeuge dieses Typs kamen in den 1950er und 1960er Jahren massenhaft in der Armee zum Einsatz und ermöglichten die Lösung vieler Probleme bei der Wartung und Reparatur vor Ort”, sagte der Gründer des Portals Military Russia, Dmitri Kornew, in einem Gespräch mit RT. Dabei machte er darauf aufmerksam, dass das Abschleppen eines Panzers oder anderer gepanzerter Fahrzeuge, die eine Panne haben, nicht die Hauptaufgabe von Bergungsfahrzeugen ist.

“Im Prinzip kann ein anderer Panzer einen getroffenen oder kaputten Panzer abschleppen. Weit wichtiger ist die Verfügbarkeit von Ausrüstungen wie dem Kran-Manipulator. Die Erledigung der meisten Arbeiten ist ohne diesen unmöglich. So kann man beispielsweise vor Ort den Turm, das Rohr oder beschädigte Panzerelemente ausbauen, zusätzliche Schutzausrüstung anschweißen, den Motor austauschen oder ihn für Reparaturen zerlegen”, sagt Kornew.

Gemäß dem Experten ist es bei Panzern, die intensiv genutzt werden, durchaus üblich, dass das Aggregat ausgetauscht werden muss. Und am einfachsten geht das mit Gasturbinen, die modulare Einheiten bilden, egal ob im Feld oder auf dem Territorium der militärischen Formation. Diese Art von Triebwerk ist in der T-80-Familie “düsengetriebener”-Panzer eingebaut. “BREMs gehören zur Technik des Ingenieurskorps. Diejenigen Truppen, die mit solchen Maschinen ausgerüstet sind, werden an Panzerverbände übergeben. Ein normaler Einsatz von Panzern ist weder in der Nachhut noch an der Front ohne sie denkbar”, betonte Kornew.

Neben der BREM-1M umfasst das Arsenal der russischen Armee auch das Reparatur- und Bergungsfahrzeug T-16 auf der Armata-Plattform. Diese Maschine ist ein Vertreter der neuen Generation von Technik und wird zusammen mit dem schweren Schützenpanzer T-15 und dem Panzer T-14 an die Truppen geliefert. “Die Lieferungen der T-14 und T-15 an die Truppen sind ohne den T-16 nicht möglich. Es handelt sich um ein einzigartiges Reparatur- und Bergungsfahrzeug, welches den Panzern und gepanzerten Truppentransportern der neuen Generation ermöglicht, das ihnen innewohnende Potenzial auszuschöpfen”, so Dmitri Litowkin, Herausgeber der Zeitung Independent Military Review, in einem Kommentar für RT.

Der T-16 verfügt über annähernd die gleiche Ausrüstung wie seine Vorgänger, hat aber einen wesentlich leistungsfähigeren Motor und ist seinen Vorgängern in Bezug auf die einfache Bedienung der Ausrüstung sowie den Komfort und die Sicherheit der Besatzung deutlich überlegen. Ein wichtiger Vorteil des T-16 besteht darin, dass die Soldaten den gepanzerten Rumpf nicht verlassen müssen, um eine Anhängerkupplung an einem beschädigten Panzer anzubringen. Diese Operation führt die Maschine über ferngesteuerte Befehle aus, was unter Kampfbedingungen die Sicherheit der Truppen erhöht.

Die Entwickler habe sich auch um den Schutz des T-16 gekümmert. Neben einer modernen Panzerung verfügt dieses Fahrzeug über hervorragende Beobachtungsgeräte für den Einsatz unter Gefechtsbedingungen, ein Modul mit einem Maschinengewehr großen Kalibers und ein einzigartiges radioelektronisches System, das in der Lage ist, Angriffe durch Lenkwaffen abzuwehren und Minen mit elektromagnetischen Zündern zu entschärfen.

Eine weitere technische Neuheit des Uralvagonzavod-Kollektivs, mit der Reparatur- und Bergungsarbeiten durchgeführt werden können, ist die “Universal Armoured Engineer Machine” (UBIM), die mit ihrer stählernen Schaufel an einen Skorpion erinnert. Diese übernimmt die Funktion dreier Geräte gleichzeitig: durch Panzerung geschützte Reparatur und Bergung, Räumungsarbeiten und Entminung. So kann die UBIM beschädigte Technik abschleppen, einen Weg durch unwegsames Gelände schaffen, Gesteinstrümmer beseitigen und das Terrain von Sprengkörpern befreien.

Um ein so breites Aufgabenspektrum zu erfüllen, haben die Konstrukteure die UBIM mit verschiedenen Aufklärungsgeräten ausgestattet, darunter ein Induktionsminensuchgerät und ein Mehrkanal-Überwachungsgerät, sowie einem leistungsstarken 4,5 m breiten Planierschild, der nahezu jedes Hindernis beseitigen kann. Außerdem verfügt die UBIM über eine Traktionswinde, eine Hilfswinde und eine Baggerschaufel, die durch einen Hydraulikhammer ersetzt werden kann, um feste Strukturen, die ein Hindernis darstellen, zu zerschlagen und zu entfernen.

Die Besatzung der Maschine besteht aus einem Kommandeur und einem Fahrer-Mechaniker, doch im Mannschaftsraum ist Platz für drei weitere Pioniere. Nach Angaben der Entwickler weist die UBIM durch den Soft- und Hardwarekomplex und die Anbindung an das Netzwerk des einheitlichen taktischen Kontrollsystems einen hohen Automatisierungsgrad auf. Die Kommunikationsreichweite der neuen Maschine beträgt mindestens 20 km, das Gewicht nicht mehr als 55 Tonnen, die Motorleistung des B-92S2F beträgt 1.130 PS und die Reichweite mindestens 500 km. Die Plattform wird aus Baugruppen und Aggregaten des Panzers T-90M “Proryv” zusammengebaut und ist gegen verschiedene Mittel der Zerstörung gut geschützt.

“Zunächst einmal geht es um die Basisversion – eine Panzerung aus keramischen Verbundwerkstoffen, die das Fahrzeug vor direkten Treffern durch feindliche Geschosse schützt”, zitiert TASS Daniil Kabilski vom Konstruktionsbüro Ural Transport Engineering (Teil von Uralvagonzavod). Zur Selbstverteidigung ist die UBIM mit einem 12,7-mm-Maschinengewehrmodul, das eine Munitionskapazität von 1.200 Schuss hat, ausgestattet. Das Zielerfassungssystem des Moduls besteht aus Fernsicht- und Wärmebildkanälen sowie einem Laserentfernungsmesser.

Neben Fahrzeugen, die auf Panzerplattformen basieren, verwendet die russische Armee auch weniger schwere und leistungsfähige Bergungsfahrzeuge zur Unterstützung von gepanzerten Truppentransportern, gepanzerten Mannschaftswagen und gepanzerten Fahrzeugen. Dazu gehören BREM-K, BREM-L “Begljanka”, REM-KL und andere.

“In Reih und Glied”

Nach Ansicht von Experten gehören der BREM-M, der T-16 auf der Armata-Plattform und die UBIM zu den weltweit fortschrittlichsten Reparatur- und Bergungsfahrzeugen der Welt. “Im Vergleich zum Westen spielt natürlich die Tatsache eine Rolle, dass die NATO-Panzer schwerer sind und es objektiv schwieriger ist, geeignete gepanzerte BREMs zu bauen. In jedem Fall ist Übergewicht auf dem Schlachtfeld ein Nachteil. Unsere Tanks sind leichter, sie sind schneller zu evakuieren und wieder in Betrieb zu nehmen”, erklärt Dmitri Kornew.

In einem Gespräch mit RT bemerkte Generalmajor der Reserve Wladimir Bogatyrjow, Absolvent der Höheren Schule für Panzerkommandeure in Kasan, dass die außerordentlichen Fähigkeiten der russischen BREMs bei der Spezialoperation in der Ukraine unter Beweis gestellt wurden, wo Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge oft auf dem Schlachtfeld repariert werden.

“Die russische Armee verfügt über gute moderne Reparatur- und Bergungsfahrzeuge, die eine relativ schnelle Bergung gepanzerter Fahrzeuge ermöglichen. Das Beispiel der Spezialoperation zeigt eine große Anzahl beschädigter Panzer im Donbass, die sehr schnell wieder einsatzbereit sind, um weiterhin Kampfaufgaben zu erfüllen”, unterstrich Bogatyrjow.

Übersetzt aus dem Russischen.

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Von Veritatis

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