Von fossiler Energieunabhängigkeit träumen in diesen Tagen sowohl Privatpersonen als auch Gemeinden. Doch die wenigsten gehen das Thema engagiert an, was unterschiedliche Gründe hat. Die kleine Mühlviertler Gemeinde Walding ist zurzeit fest dabei, komplett auf erneuerbare Energie (Biomasse) umzustellen. Auch das Biomassekraftwerk wird ausgebaut.

Es soll künftig die vierfache Leistung (zwei Megawatt) liefern. Daher gleicht der Ort im Moment einer großen Baustelle, weil Leitungen verlegt werden, um à la longue 600 Wohneinheiten zu versorgen. Auch die sechs Kommunalgebäude, darunter der Kindergarten, die Feuerwehr und das Bezirksseniorenheim sollen angeschlossen werden.
In geringerem Umfang wird in Walding schon seit fünf Jahren mit Biomasse geheizt, obwohl der Ort ein gut ausgebautes Erdgasnetz hat. Doch 2017 gab es auch noch keine Gasknappheit, aber die Idee, es in Walding mit Biomasse zu probieren. Nicht allen Ortsbewohnern erschien dieses Vorhaben damals geheuer, und auch jetzt haben noch manche ihre Zweifel, doch angesichts der allgemeinen Lage scheinen sie allmählich Gefallen an der neuen Energieform zu finden.

Viele Anfragen

Dem Vernehmen nach bekäme der Biomasserverband Oberösterreich, der das Kraftwerk errichtet, verstärkt Anschlussanfragen von Bewohnern in Waldinger Mehrparteienhäusern. „Eine gute Idee“, findet ein Waldinger, den der Wochenblick vor der Bäckerei Filipp spontan dazu befragt: „Selbst wenn mir jemand ein eigenes Wasserkraftwerk schenken würde, würde ich auf Biomasse nicht verzichten.“
Da hat der Mann sicher recht, mag der Pettenbacher Wasserkraftwerksbetreiber Sigi Mayr bei sich denken. „Würde ich nur für mich selbst Strom erzeugen, würde ich mir dies zur Eigenversorgung gut leisten können.“ Stromerzeugung durch Wasserkraft ist für ihn die effizienteste und nachhaltigste Art. Da er aber mit dem Strom seiner beiden Alm-Kraftwerke in Herrenberg und an der Brandstatt-Wehr auch noch andere Leute zu Jahresfestpreisen beliefern muss, ist die Stromerzeugung für ihn zurzeit ein Verlustgeschäft.

Verlustgeschäft

„Denn wenn ich nicht genügend produziere, muss ich zukaufen und ausgleichen, was bei den momentan hohen Marktpreisen ein Horror ist“, betont Mayr. Dann ist die individuelle leistbare Energieautarkheit nur ein frommer Wunsch? „Die gibt es eigentlich gar nicht“, meint der Kraftwerksbetreiber: „Die gibt es möglicherweise nur für Leute auf einer Almhütte, die dort mit einer Fotovoltaik-Anlage ihren eigenen Strom erzeugen. Das könnte man auch in einem Einfamilienhaus machen, nur bräuchte es für die völlige Autarkheit große Batteriespeicher und die sind ziemlich teuer.“ Als Wohnungsmieter sitzt man von Haus aus auf verlorenem Posten, weil man annähernde Energieautarkheit ohne Zustimmung des Vermieters nicht erreichen kann.



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Von Veritatis

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