Nordkorea könnte 100.000 “Freiwillige” zur Unterstützung der Russen in die Ostukraine entsenden. Darunter Soldaten und Arbeitskräfte zum Wiederaufbau. Im Gegenzug könnte Russland Getreide und Energie liefern.

Der seit Monaten anhaltende Krieg in der Ukraine zehrt auch an den Ressourcen der russischen Armee. Im russischen Fernsehen sagte der Moderator Igor Korotschenko auf Meldungen hin, wonach Pjöngjang 100.000 Soldaten für die Unterstützung der russischen Truppen in der Ukraine entsenden könnte, dass man auch Arbeitskräfte für den Wiederaufbau brauche. Pjöngjang bestätigte einem Bericht von NK News zufolge einen Plan, Arbeiter zum Wiederaufbau der besetzten Ukraine zu schicken.

Die Schätzungen über die russischen Verluste seit Beginn der Invasion am 24. Februar gehen auseinander. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj behauptete in einer Rede Ende Juli, dass etwa 40.000 Russen gestorben seien. Im Vergleich dazu gehen US-amerikanische und britische Schätzungen von etwa 15.000 Toten und zwei- bis dreimal so vielen Verwundeten aus, so ein Bericht von The Economist. Aus Russland selbst hört man kaum etwas von den eigenen Verlusten. Auf der ukrainischen Seite sieht es in Sachen Transparenz nicht viel besser aus. Die offiziellen Zahlen werden auch dort massivst geschönt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Verluste auf ukrainischer Seite jene der Russen deutlich übersteigen.

Insofern klingt das nordkoreanische Angebot für Moskau durchaus verlockend. Vor allem auch deshalb, weil Nordkorea Unmengen an Artillerieexperten hat. Immerhin hat Pjöngjang entlang der Demarkationslinie zum Süden eine enorme Anzahl an Artilleriebatterien aufgestellt, die im Kriegsfall einen breiten Streifen entlang dieser Grenze in eine Mondlandschaft verwandeln könnten – inklusive der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

Für die nordkoreanische Führung wäre die Entsendung von 100.000 “Freiwilligen” eine gute Option. Immerhin könnte dies in Gegenleistungen in Form von Getreide, Lebensmitteln und auch Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle vergütet werden. Gleichzeitig könnte Moskau die eigenen militärischen Ressourcen schonen und würde auch zusätzliche Arbeitskräfte für den Aufbau der vom Krieg zerstörten Gebiete erhalten. Da viele Nordkoreaner an den Schulen auch Russisch lernen, wären die Sprachbarrieren gering.

Es ist nicht klar, wie effektiv die nordkoreanischen Truppen, Arbeiter oder wie auch immer man sie nennen will, an der Front in der Ukraine sein würden. Was der Koreanischen Volksarmee (KVA) an Technologie fehlt, macht sie durch ihre Größe und Feuerkraft wett – zwei Dinge, die Russland in einem langwierigen Zermürbungskrieg in der Ukraine gut gebrauchen könnte. Außerdem sind sie in vielen Fällen daran gewöhnt, unter relativ schrecklichen Bedingungen mit minimalen Rechten oder Ressourcen zu arbeiten, was ihren Einsatz in einem Kriegsgebiet für Moskau wahrscheinlich attraktiv macht.





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Von Veritatis

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