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Nancy Pelosi, die Vorsitzende des amerikanischen Repräsentantenhauses, ist in Taiwan gelandet. Ein Höflichkeitsbesuch, der die chinesische Führung in Peking schäumen und nun ihre Luftwaffe Schießübungen dicht vor der taiwanesischen Küste im Luftraum Taiwans durchführen lässt. Ob es dabei bleiben wird, muss abgewartet werden.

Fest steht allerdings schon jetzt, dass der Besuch des dritthöchsten Repräsentanten der amerikanischen Demokratie diplomatisch sehr viel Porzellan zerschlagen hat. Das könnte man sich vielleicht leisten, wenn die amerikanisch-chinesischen Beziehungen ansonsten gut wären. Da sie das allerdings derzeit nicht sind, wirkt der Schaden umso schwerer.

Taiwan den Rücken zu stärken und die Verbundenheit der USA mit der Insel auszudrücken, dürfte das wesentliche Ziel des Besuchs sein, es sei denn es gibt noch weitere Gründe über die die US-Regierung in der Öffentlichkeit ganz bewusst nicht sprechen will. Geht man deshalb einmal davon aus, dass der Besuch vor allem dieses Ziel hat, so ist die Reise von Nancy Pelosi als Symbolpolitik einzustufen.

Kleine dezente, aber effektive Schritte wären besser gewesen

Mit Symbolpolitik gewinnt man allerdings keine Krieg. Wäre es anders, hätte die Ukraine Russlands Armee schon lange krachend aus dem Feld geschlagen. Der Krieg in der Ukraine zeigt aber sehr genau, was benötigt wird, um ein kleineres Land gegen einen wirtschaftlich oder militärisch deutlich stärkeren Nachbarn zu schützen.

Im Vergleich zu Taiwan ist die Volksrepublik sowohl wirtschaftlich wie militärisch deutlich überlegen. Geschützt wird Taiwan seit Jahren nicht nur durch den möglichen Beistand der USA, sondern vor allem durch die Straße von Taiwan. Sie ist so breit, dass selbst schnelle Schiffe mehrere Stunde benötigen, um sie zu durchqueren. Verglichen mit diesen Entfernungen war der englische Kanal war für die Alliierten im Zweiten Weltkrieg ein etwas breiterer Fluss.

Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, welche Schwierigkeiten man einem Angreifer schon beim Überqueren von Flüssen bereiten kann, wenn man über die richtigen Waffen verfügt. Sie fehlen derzeit in Taiwan. Das wissen nicht nur die Taiwanesen, die Amerikaner und die westlichen Medien, sondern auch die Volksbefreiungsarmee.

Taiwan möglichst schnell mit einer ausreichend hoch bemessenen Anzahl von diesen Waffensystemen auszurüsten, würde die Unabhängigkeit der Insel daher weitaus besser schützen als es die symbolische Geste von Nancy Pelosi vermag. Hier sollte man ansetzen, wenn man ein zweites Hongkong auf Dauer vermeiden will.





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Von Veritatis

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