Freuen Sie sich auf ein diverses Feld unterschiedlicher Akteure, vereint in Denkbehinderung, das Sie auch diese Woche vor die Qual der Wahl, der Wahl zum Denkbehinderten der Woche stellen wird.

Wir berichten heute von logischen Fehlschlüssen, großen Görenklappen, deren Output das neuronale Netzwerke des anhängigen Kopfes nicht mehr nachkommt, von Vorurteilen, die als Wahrheiten verkauft werden, dem ganz gewöhnlichen Irrsinn und, nicht zuletzt, von der Kunst, sich innerhalb nur weniger Sätze kategorial zu widersprechen, eine Kunst, die zu beherrschen ein gerüttelt Maß an Denkbehinderung voraussetzt, eine Kunst, die von Hochschulen bis ins Schloss Belvue verbreitet ist.

Los geht’s.
Wir haben uns entschieden, Jutta Ditfurth, die Hoimar vermutlich Zeit seines Lebens bereut hat, den Anfang machen zu lassen. Von Ditfurth, die vor Jahren so lange von den Grünen durchgereicht wurde, bis sie im Aus gelandet ist, hat sich von eben dort mit dem folgenden Tweet zu Wort gemeldet, den wiederum ein Leser an uns weitergegeben hat:

Interessante Assoziationen sind das, die bei Ditfurth von der Anmerkung Andrew Ullmanns ausgelöst werden, seines Zeichens Bundestagsabgeordneter der FDP, das Menschen im Stande seien, eigene Entscheidungen zu treffen. Man nennt das auch Selbstbestimmung, und die Tatsache, dass ein Polit-Darsteller denen, die ihn und andere gewählt haben, Selbstbestimmung zugesteht, ist insofern bemerkenswert als Polit-Darsteller Wähler gemeinhin als Verfügungsmasse sehen, deren Mitgliedern man sagen muss, wo es langgeht.

Aber das ist nicht, was Ditfurth für bemerkenswert hält. Ihre Assoziationen mit Selbstbestimmung sind “ekelhafte Ellenbogennutzer, unsolidarische Ich-Ich-Schreier, an den Lehrer Ranschleimer und Geschäftemacher”… Tweets wie dieser, sagen viel über denjenigen aus, der sie absetzt. Hier hat Ditfurth wohl die Liste ihres Scheiterns am und im Leben, die offenkundig schon zu Schulzeiten begonnen hat, zusammengestellt. Man weiß nun, wo überall sie gescheitert ist und man weiß, dass sie sich krämt, dass sie beim Geschäftemachen und beim “an den Lehrer Ranschleimen” und beim “Ich-Ich-Schreien” und beim Ellenbogen benutzen gescheitert ist, bei all dem, was ihr zum Thema “Selbstbestimmung” einfällt, ist sie gescheitert. Und wenn man nicht gewusst hätte, warum Ditfurth von den Grünen so lange durchgereicht wurde, bis sie out war, dann wüsste man es jetzt.

Ditfurth ist unsere Startnummer 1.


Startnummer 2 trägt Sieghart Neckel, den Kontrast.at im Rahmen eines Interviews wie folgt präsentiert:

“Sighart Neckel ist Professor für Gesellschaftsanalyse und sozialen Wandel an der Universität Hamburg. Von 2007 bis 2011 war er Professor für Allgemeine Soziologie und Analyse der Gegenwartsgesellschaft an der Universität Wien.”

Im Rahmen dieses Interviews sagt der Professor für Gesellschaftsanalyse, eine moderne Form des gelehrt Daherschwätzens, ohne dass die Gefahr besteht, dass die eigenen Aussagen geprüft werden könnten, was schon deshalb nicht der Fall ist, weil die Aussagen zumeist Bewertungen, allgemeine Aussagen ohne empirischen Gehalt sind, solche Aussagen:

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“Das kann dann aber nicht alleine über den Preis funktionieren, oder? Weil steigende Preise für Fliegen oder Benzin schreckt das oberste Prozent nicht ab …

Neckel: Wenn wir zum Beispiel Flugreisen alleine über den Preis regulieren würden und sehr hohe Preise einführen, dann sorgt das einfach dafür, dass Fliegen wieder zu einem Statussymbol höherer Einkommensschichten wird. Wer es sich leisten kann, wird dann umso mehr fliegen, weil man dadurch soziale Unterschiede markieren kann.

Ich hielte es für gerechter, dass man zum Beispiel über ein Flugbudget nachdenkt, das Menschen nach ihren eigenen Entscheidungen verwenden können, das aber nicht mit Geld hinzugekauft werden kann. Der Preismechanismus begünstigt eh nur diejenigen, die es sich leisten können.”

Das ist nun eine interessante Richtung der Marktentwicklung, wie deutlich wird, wenn man die empirische belegte Entwicklung betrachtet, die ein Gut, das auf den Markt gebracht wird, nehmen wir den Computer, normalerweise nimmt. Das Gut ist zu Beginn sehr teuer und wird mit der Zeit immer billiger, was dazu führt, dass es für immer mehr Personen erschwinglich ist und dass es immer billiger wird, das hat mit Dynamiken zu tun, die in der Ökonomie als economies of scale bezeichnet werden: mit der Zeit billigere Produktionsprozesse, schnellere Produktion, effizientere Produktion, all das, was sich als Ergebnis einer Lernkurve einstellt.

Neckel setzt quasi da an, wo ein Produkt für viele erschwinglich geworden ist, eines, das er – weil er den Klimagott anbetet, was dann dazu führt, dass man Produkten Kosten andichtet, gemeinhin als Umweltkosten verkauft, die diese Produkte in der Regel nicht haben, jedenfalls nicht außerhalb des Klimakults – nicht mag. Ergo muss dafür gesorgt werden, dass das Gut seltener nachgefragt wird, was, wie Neckel behauptet, über den Preis nicht funktioniert, weil dann, wenn ein Gut sehr teuer werden würde, Flugreisen zum Beispiel, diejenigen, die es sich leisten können, dieses Gut vermehrt nachfragen, um damit ihren Status “ich kann mir das leisten” zum Ausdruck zu bringen.

Hm.

Steigt der Status mit der Anzahl der Flugreisen, wenn man ohnehin einer von wenigen ist, die sich eine Flugreise noch leisten können?

Neckel hat sicher Recht, dass teure Produkte die Verfügungsgewalt über GELD voraussetzen, sofern man nicht Schulden für die Flugreise machen will. Aber wird der Reiche, der nicht reich genug ist, um einen Privatflieger zu besitzen, deshalb mehr als bisher fliegen, und wenn ja, wohin und warum? Mehr als in Urlaub fliegen kann der nicht-privatfliegende nennen wir ihn Halbreiche nicht. Er müsste es aber, weil Neckel denkt, wenn etwas so teuer wird, dass es sich nur noch bestimmte Leute leisten können, dann werden diese Leute es sich ganz besonders doll leisten, was indes schon deshalb ausgeschlossen ist, weil, ja weil es ja teurer geworden ist. Offenkundig versucht Neckel hier seine Kontrollwut, die sich darin äußert, dass er oder eine zentrale Stelle den Mitbürgern ein jährliches “Flugbudget” zuweist, und mehr wird dann nicht geflogen. Basta.

Eine nette Phantasie für die Kontrollfreaks unter uns.
EIne Phantasie in Kommunismus.
Eine der Entmündigung und der Beseitigung individueller Freiheit, und darum geht es eigentlich, denn wenn man Dinge dem Preismechansimus und damit dem Markt überlässt, dann wird eben dieser Markt durch das, was Hayek die Katallaxie des Marktes, viele Akteure mit unterschiedlichen Ideen, nennt, eine Lösung dafür finden, die Anzahl der Flugreisenden unter geltender Zwangsverteuerung von Flugreisen durch Regierungen zu maximieren. Und das darf nicht sein. Leute wie Neckel wollen verhindern, dass individuelle Bürger al Gusto in Urlauf fliegen können, zu einem Reiseziel, das sie sich selbst ausgesucht haben und das, Gott bewahre, außerhalb der zulässigen Flugmilen liegen, die Neckel in seiner großen Güte seinen Mitbürgern in diesem Jahr zustehen will, am besten in Form einer organisierten Flugreise nach Mallorca und nicht weiter. Erinnert sie das an etwas? An den Plattensee – vielleicht? Wenn Sie in der DDR groß geworden sind, dann erinnert Sie das sicher an etwas, an staatlich organisierte Urlaubsreisen für die verdienten Arbeiter des Staates.

Das ist offenkundig, was Neckel vorschwebt.
Neckel ist unsere Startnummer 2.


Wir betreten nun das Gebiet des Hasses, des hässlichen Hasses.

Und hier treffen wir Joachim Gauck.
Gauck hat es nicht schlecht getroffen.
Gauck kostet die deutschen Steuerzahler rund 236.000 Euro im Jahr. Ehrensold nennt sich das.
Hinzu kommen rund 400.000 Euro im Jahr für Personal- und sonstige Kosten, die in seinem Büro, dessen Kosten natürlich von Steuerzahlern getragen werden, anfallen.
Und was bekommen Deutsche als Gegenleistung: Hass

Er schäme sich, ein Deutscher zu sein, sagt Gauck.
Seine geliebte deutsche Sprache, so spricht Gauck in deutsch, sei ihm madig gemacht worden, weil aus dem selben Grund, aus dem Literatur gewachsen sei auch Übermut, Hass und Mordgier erwachsen sei, Letzteres in unglaublichem Maß. Er hasse und verachte das Land, so das Fazit, zu dem sich Gauck, Kostgänger der Nachfahren deutschen Hasses, aufschaukelt.

Ein klassischer Fehlschluss der Bejahung des Konsequens.
Und er hätte es merken können, der Joachim Gauck, denn seine geliebte deutsche Literatur, sie stammt aus dem selben Grund, wie Hass und Mordlust, was zeigt, dass derselbe Grund durchaus Unterschiedliches hervorbringen kann. Was für Gauck aber irrelevant ist, denn er ist auf Tugendwedel-Tour, und da kann man keine Differenzierung brauchen. Ergo wird die schöne Literatur vom Tisch gewischt und der Grund zur alleinigen Anbaufläche für Übermut, Hass und Mordlust erklärt, von Gauck, der noch anfügt, er hasse dieses Land, dessen Bürger er ist, dessen Präsident er war, dessen Boden Hass hervorbringt, wohl auch seinen Hass, aber das hat er gar nicht bemerkt, in seiner selbstgefälligen Überheblichkeit, man könnte auch von Übermut sprechen …

Immerhin: Mordlust fehlt noch.
Joachim Gauck ist unsere Startnummer 3.


Dem ehemaligen folgt der derzeitige Präsident: Frank-Walter Steinmeier. Frank-Walter Steinmeier ist kein Bundespräsident von der Statur eines Richard von Weizäcker oder eines Johannes Rau, er ist halt ein Steinmeier, einer, der kleine Brötchen backt und Reden schwingt:

“Wenn wir heute vor einer großen neuen Herausforderung stehen, wenn wir angesichts des verbrecherischen Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, davon sprechen, dass da auch ein Krieg geführt wird gegen die oft so genannten “westlichen” Werte, dann müssen wir uns über eines klar sein: Werte werden nicht durch eine von vier Himmelsrichtungen gekennzeichnet. Werte sind weder östlich noch westlich. Werte werden bestimmt durch bewährte Überzeugungen, durch die Erfahrung, dass durch sie für möglichst alle ein gutes gemeinsames Leben möglich wird, dass durch sie die Schwachen geschützt und die Chancen aller auf ein erfülltes Leben gestärkt werden – und auch durch die Erfahrung, wie schrecklich es für alle ist, wenn diese Werte missachtet werden.

[…] 5 Absätze weiter:

Wir werden dazu nur dann eine eindeutige Haltung an den Tag legen und uns über unsere eigene Verpflichtung klar werden, wenn wir uns sehr klar sind über das, was uns bestimmt und uns zusammenhält. Über die Werte, die wir als tragend erkennen und als belastbar erfahren haben für ein freiheitliches, gerechtes und menschliches Zusammenleben. Und wenn wir bereit sind, diese Werte zu verteidigen, wenn wir bereit sind, für ihre Geltung einzustehen und für sie auch empfindliche Nachteile in Kauf zu nehmen.”


Zwischen dem ersten Absatz und dem zweiten Absatz, den wir zitieren, stehen fünf weitere Absätze, Absätze, in denen Steinmeier über den Krieg in der Ukraine und die westlichen Werte schwadroniert, Absätze, in denen er offenkundig vergessen hat, dass er die westlichen Werte als dadurch bestimmt, bestimmt hat, dass “durch sie für möglichst alle ein gutes gemeinsames Leben möglich wird, dass durch sie die Schwachen geschützt und die Chancen aller auf ein erfülltes Leben gestärkt werden”.

Fünf Absätze weiter ist vom guten Leben, in dem Schwache geschützt werden, und alle die Chance auf ein erfülltes Leben haben, keine Rede mehr, nun erfordern dieselben Werte, dass wir bereit sind, “für sie auch empfindliche Nachteile in Kauf zu nehmen”. Man schütze den Wert des guten Lebens dadurch, dass man das gute Leben aufgebe, empfiehlt Frank-Walter. Seltsame Werte sind das, deren Verteidigung zum Gegenteil dessen führen, das durch die Verteidigung geschützt werden soll. Es ist, als wollte man Mord dadurch beseitigen, dass die Menschheit ausrottet. Offenkundig ist das, wenn es gelingt, ein erfolgreiches Unterfangen, denn Mord setzt ermordbare Menschen voraus. Indes – ist die mordfreie Welt, die dadurch entstanden ist, wirklich das, was man als Erfolg für das Mord-Ausmerzungsprogramm bezeichnen würde?

Steinmeier würde es wohl als Erfolg ansehen.
Ergo ist er unseres Startnummer 4.


Halbzeit.
Noch vier Aspiranten, und es wird nicht besser.
Stärken Sie sich für das Finale.


André Letria

Es gibt wohl kaum einen Abgeordneten im deutschen Bundestag, der den Niedergang des Parlaments besser verkörpert als Emilia Fester, die die Grünen über die Landesliste Hamburg nach Berlin abgeschoben haben. Vielleicht, um in Hamburg etwas Ruhe zu bekommen und etwas erwachsener zu erscheinen. Vielleicht, um es der Bundestagsfraktion zu geben, vielleicht, um sich einen Spass zu machen, was genau die Motive der Delegierten des Landesverbands Hamburg waren, wir wissen es nicht. Wir wissen nur, konstruktive Motive können es nicht gewesen sein. Denn Emilia Fester, die sich als Regieassistent ausgibt, auch eine Methode, die vollständig fehlende Ausbildung zu vertuschen, sie hat das Niveau des Bundestages mit Sicherheit nicht gehoben, was zugegebener Maßen ohnehin schwierig wäre, aber was noch viel schwieiriger ist: Das Niveau weiter zu senken, dazu hat Fester sicher beigetragen…

Wir treffen sie hier in einem Interview beim Focus, an dem auch Wolfgang Schäuble teilgenommen hat.

“Schäuble: Wenn Sie meine Rede bei der Eröffnung des Bundestags gehört haben, sollten Sie wissen, dass meine feste Meinung ist, dass jeder von uns nicht nur Abgeordneter einer bestimmten Gruppe ist. Sie sind als junge Frau nicht nur die Abgeordnete der Jugend – genauso wenig, wie ich nur der Vertreter der älteren Generation bin. Oder der Rollstuhlfahrer. Wir sind alle Abgeordnete des ganzen Volkes, mit unserer spezifischen Sicht und Erfahrung, die wir einbringen. Daraus wird dann Demokratie.

Fester: Natürlich, ich bin nicht nur Abgeordnete für junge Leute. Aber: Meine Meinung vertritt ein gehöriger Teil meiner Generation, deswegen vertrete ich sie im Bundestag. Und ich nehme wahr, dass junge Leute unterrepräsentiert sind. Das Wahlrecht ab 18 ist da nicht gerade hilfreich.

Schäuble: Eine Frage habe ich an Sie: Ich habe vier Enkel im Alter von zwei, vier, fünfzehn und siebzehn. Wer von ihnen sollte aus Ihrer Sicht wählen dürfen?

Fester: Für mich persönlich: alle, die wollen.

Schäuble: Also auch meine Zweijährige?

Fester: So sehe ich das persönlich. Als Vertreterin meiner Fraktion sage ich: Die 15- und 17-Jährigen sollen wählen dürfen.”

So sieht sie das persönlich.

Man kann die Ansicht, das Wahlrecht sei ein Witz, wohl kaum besser auf den Punkt bringen, als es jedem, auch der zweijährigen, der will, zuzugestehen. Dass damit, dass das Wahlrecht ein Witz ist, natürlich auch der Status derjenigen sinkt, die durch einen solchen Witz in Ämter gelangen, das ist Fester offenkundig so wenig klar, wie ihr klar ist, dass zwischen dem kognitiven Zustand eines Kindes und dem eines Erwachsenen ein Unterschied besteht, der auf eine kognitive Entwicklung zurückzuführen ist, eine, von der Fester offenkundig nichts weiß, vermutlich fehlt ihr dazu einfach die Erfahrung.

Und so kommt es, dass Fester den Wahlakt als nichts Besonders ansieht, als etwas, das schon eine Zweijährige mit Fingerfarben absolvieren kann, etwas, das keinerlei Kenntnisse, z.B. rudimentäre Kenntnisse in Schreiben und Lesen voraussetzt, etwas, bei dem eben eine Pappnase gewählt wird, von irgendwelchen Hänsen, die in der Welt von Fester nicht wissen [müssen], was sie tun.

Nun wissen wir zumindest, wie es sein kann, dass Fester in den deutschen Bundestag gewählt wurde.
Emilia Fester ist unsere Startnummer 5


Startnummer 6 ist PIVB.
Das Akronym steht für Paula-Irene Villa B. [Wir haben vergessen, wofür das B steht und keine Lust nachzulesen].
PIVB hat in der taz folgendes zum Besten gegeben:

“Der wesentlichere Teil ist, dass moderne Gesellschaften mit dem Versprechen auf Individualisierung immer ein paar Dinge ausgenommen haben. Alle sollen frei, autonom und mündig sein – außer, sie sind von Natur aus anders. Und „von Natur aus anders“ sind alle außer der hetero cis-geschlechtliche, weiße, „gesunde“, bürgerliche, europäische Mann. Alle anderen gelten historisch betrachtet als unter anderem wild, pervers, behindert, weiblich, unterentwickelt, „rassisch“ – also dubios, nicht ganz zivilisiert. Weite Teile der Menschheit sind historisch also vom Versprechen auf Gleichheit ausgeschlossen. Ungleichheit entlang von Rassenideologien, Sexismus, Heteronormativität oder Behindertenfeindlichkeit beruhen auf diesen Annahmen, sie sind strukturell Teil moderner Gesellschaften. Seit dem 20. Jahrhundert weisen feministische Kämpfe genau das zurück: „Biologie oder Natur ist nicht Schicksal.“ Und deswegen ist die Frage, was in den Bereich der Natur und was in den Bereich der gesellschaftlichen und gestaltbaren Formen gehört, so umkämpft. Um diese Frage kämpfen soziale Bewegungen schon immer. Und das verhandeln wir jetzt auch beim Transgenderthema.”

Wir haben diesen eklatanten Niederschlag einer wohl im Genderismus begründeten Denkbehinderung bereits ausführlich gewürdigt. Hier wollen wir die Aufmerksamkeit auf den von PIVB nicht bemerkten Widerspruch innerhalb von nur wenigen Sätzen lenken, den Widerspruch, der darin besteht, dass das “Versprechen auf Individualisierung” offenkundig als positiver Ausgangspunkt von PIVB eingeführt wird. Als positiver Ausgangspunkt, von dessen Erreichung eine Reihe von, man würde denken, Individuen, abgehalten wurden. Indes, das Versprechen der Individualisierung, das mithin ein Versprechen an INDIVIDUEN sein muss, es wird für Perverse, Behinderte, Weibliche, Unterentwickelte und Rassische nicht eingelöst, also für Gruppen, nicht für Individuen. Das passiert, wenn man Ideologie im Kopf hat, Ideologie spricht, Ideologie lebt, das Denken bleibt auf der Strecke. Offenkundige Widersprüche bleiben unbemerkt. Individualisierung wird zum Versprechen, das kollektiv nicht eingelöst wurde.

PIVB ist unsere Startnummer 6.


Die Widersprüche innerhalb von nur wenigen Worten, sie sind offenkundig ein Aushängeschild von vielen, die sich auf der Skala zur Links-Rechts-Selbsteinschätzung ehr links verorten würden. Ganz Links oder fast ganz links würde sich wohl Martin Schirdewan, der Vorsitzende der LINKE, einordnen. Und wenn man sich links einordnet und sich als Erbe der Arbeiterbewegung ansieht, obwohl man noch nie einen Finger krumm gemacht hat und körperliche Arbeit für etwas hält, was Muskelmänner im Fitness-Studio machen, also Rechte, dann kommen mit diesem Erbe ein paar Begriffe, von denen Linke nicht nur der irrigen Ansicht sind, sie seien ihre Begriffe, sie sind auch der irrigen Ansicht, sie würden diese Begriffe verstehen. Und so sprach Schirdewan im Interview mit der WELT:

“Schirdewan: Ich persönlich denke, dass Gerechtigkeit ein Schlüsselmotiv der politischen Linken ist, auch für mich selbst. Der Kampf gegen Ungerechtigkeit treibt mich enorm an, politisch ebenso wie die Freiheit. Ich würde diese beiden Werte gleich gewichten. Aber für Gerechtigkeit ist ein erhebliches Maß an gesellschaftlicher Gleichheit und der gleiche Zugang zu beispielweise Bildung oder Gesundheit unabdingbare Voraussetzung.”

Für Gerechtigkeit sei ein erhebliches Ausmaß an “gesellschaftlicher Gleichheit” notwendig UND der gleiche Zugang zu Bildung …”.
Autsch.

Unterscheiden wir zunächst Chancengleichheit und Ergebnisgleichheit.
Ersteres ist wichtig, um Meritokratie, ein Aushängeschild für Gerechtigkeit, zu erreichen.
Letzteres ist das, was Schirdewan als “gesellschaftliche Gleichheit” bezeichnet, all das, was gemeinhin als “soziale Ungleichheit” bejammert wird, in seiner positiv gewendeten Form, vielleicht am drastischsten in die Absurdität getrieben mit Konzepten wie dem Gender Pay Gap. Ergebnisgleichheit ist nun das diametrale Gegenteil von Gerechtigkeit. Gerechtigkeit setzt zuweilen die Gleichheit der Startbedingungen voraus (Schirdewan spricht von gleichem Zugang). Das kann man argumentieren, wenngleich diese Gleichheit bestenfalls eine notwednige, aber keine hinreichende Bedingung ist. Indes besteht Gerechtigkeit darin, dass unterschiedliche Leister, die eine unterschiedliche Menge und Qualität an Output erbringen, auch unterschiedlich entlohnt werden, und zwar so, dass derjenigen, der mehr leistet auch mehr Entlohnung erhält. Das ist das Gegenteil von Ergebnisgleichheit. Das werden Linke nie verstehen. Weil sie sich der Begriffe nur bedienen. Sie wie Moden tragen. Aber leider keine Ahnung davon haben, welche Bedeutung mit diesen Begriffen einhergeht.

Martin Schirdewan ist unsere Startnummer 7.


Einen haben wir noch.
Wir haben so selten Aspiranten aus der Schweiz. Deshalb haben wir uns entschieden, dieses Mal ein Kollektiv zur Wahl zuzulassen, das Kollektiv der “Brasserie Lorraine” aus Bern. Aber lesen Sie selbst:

“Weil die ursprünglich geplante und angekündigte Band absagte, sprang die Berner Mundart-Band Lauwarm am 18. Juli kurzfristig für ein Konzert in der Brasserie Lorraine in Bern ein. Die fünfköpfige Band unterhielt die Konzertbesucher mit Reggae, Indi-World und Pop.

Bis zur Pause. Danach brach der Veranstalter, die Genossenschaft Brasserie Lorraine, das Konzert ab, weil verschiedene Besucherinnen und Besucher “Unwohlsein mit der Situation“ geäußert hatten.

„Während des Konzerts kamen mehrere Menschen unabhängig voneinander auf uns zu und äußerten Unwohlsein mit der Situation“, heißt es in der Stellungnahme. „Es ging dabei um die Thematik ‘kulturelle Aneignung’. Nach einem Gespräch mit der Band haben wir uns zusammen dafür entschieden, das Konzert abzubrechen.”

Der Vorwurf: Da die Band aus fünf weißen Männern, teilweise mit Rastafrisuren, bestehe, sei sie nicht berechtigt, Reggae zu spielen.

Der Veranstalter entschuldigt sich „bei allen Menschen, bei denen das Konzert schlechte Gefühle ausgelöst hat.“ Man habe es verpasst, sich genug damit auseinanderzusetzen und die Menschen zu schützen. Und weiter: „Unsere Sensibilisierungslücken und die Reaktion von vielen Gästen auf das Abbrechen des Konzertes haben uns wieder einmal gezeigt, dass das Thema emotional geladen ist und wir zusammen reden und einander zuhören müssen.“


Neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz sollen Lücken in das neuronale Netzwerk menschlicher Gehirne schlagen. Offenkundig gehören auch Sensibilisierungslücken dazu. Wir haben somit gelernt, dass weiße Männer nicht berechtigt sind, Rastalocken, Dreadlocks, zu tragen oder gar Reggea zu spielen, ein Musikstil, den man wohl Bob Marley zuschreiben muss, Halbblut Marley, wie man schreiben kann, denn Bob Marley ist das Ergebnis eines interkulturellen Zusammentreffens aus einem weißen britischen Mann und einer nicht so weißen Jamaikanischen Frau. Ist Bob Marley als irgendwo zwischen weiß und nicht-weiß anzusiedelnder Grenzgänger in der Wahnvorstellung, die manche der Gäste der Brasserie Lorraine als Realität missverstehen, einer, der Reggea zwar entwickelt hat, aber sich dennoch das, was er entwickeln wird, in unberechtigter Weise kulturell angeeignet hat oder ist Bob Marley ein berechtigter Nutzer des von ihm entwickelten Musikstils, was den Musikstil “Reggea” zu einem kulturellen Eigentum von weißen und nicht-weißen Menschen machen würde?

Und das ist nur eine Frage, der sich die Schweizer Spinner, die sich Sensibilitäten einbilden, um sich selbst über ihr gescheitertes Leben hinwegzutäuschen, stellen müssen. Die andere Frage betrifft die Essentialität von Dreadlocks (als Rastafrisur im Text bezeichnet). Die Aussonderung der “Rastafrisuren” weißer Männer, mit der der Verlust der Berechtigung, den vom halbweißen Bob Marley entwickelten Musikstil zu benutzen, für die Irren, die sich in der Brasserie Lorraine herumtreiben, einhergeht, macht nur dann Sinn, wenn “Rastfrisuren” als eine kulturelle Sonderlichkeit der Reggea-musizierenden Jamaikaner angesehen wird, also als Clubgut-Eigentum nicht-weißer Menschen, von dessen Nutzung weiße Menschen ausgeschlossen sein sollen.

Das ist misslich, wie ein Blick selbst in die Deutsche Wikipedia zeigt:

“Auch in Europa waren teilweise verfilzte Frisuren populär, beispielsweise am Hof von König Christian IV. von Dänemark und Norwegen (1577–1648). Der König litt an einem Weichselzopf, einer unerwünschten Zusammenballung verfilzter Haare, die vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit in ganz Mitteleuropa verbreitet war. Der Weichselzopf des Königs hatte die Form eines „Schweineschwanzes“, der von der linken Seite seines Kopfes herabhing und mit einer roten Schleife verziert war. Um dem König zu schmeicheln, wurde diese Haartracht von den Menschen an seinem Hof imitiert.[1] Auch in Kombination mit dem Mühlsteinkragen dienten verfilzte Zöpfe als modische royale Frisurenvariante. Weiterhin glaubte man auch, dass Krankheiten durch die Haare den Körper verlassen und sah die Verfilzung von Haaren als ein gutes Zeichen, daher durften diese nicht abgeschnitten werden. Zudem trugen französische Soldaten verfilzte Haare als Schutz vor Säbelangriffen auf den Nacken.”

Die Nitwits aus der Brasserie Lorraine, das umfasst die Irren, die sich kulturelle Sensibilitäten einbilden und diejenigen, die dieser Einbildung nachgegeben haben, sie sind unsere Startnummer 8.

Jah Man!


Damit sind wir am Ende der 30. Auflage der Wahl zum Denkbehinderten der Woche im Jahre 2022 angekommen.
Und wie immer, übergeben wir die Zuständigkeit an dieser Stelle an Sie.
Sie haben eine Wahl.

Wer hat Sie heute von seiner Denkbehinderung überzeugt?

  • Jutta Ditfurth, die ihre psychologischen Probleme sozialisiert?
  • Sieghart Neckel, der gerne Ihre Reiseziele und -häufigkeit für Sie bestimmen will?
  • Joachim Gauck, hassen, ich will nur hassen, ich bin der Hass?
  • F.W. Steinmeier, dessen Werte ein gutes Leben sichern sollen, weshalb man ein schlechtes Leben leben muss, um die Werte des guten Lebens zu sichern?
  • Emilia Fester, Kind, das Kinder wählen sehen will?
  • PIVB, Begeher des individualistischen und des ihm entgegen gesetzten ökologischen Fehlschlusses innerhalb von nur drei Sätzen?
  • Martin Schirdewan, Gleicher unter den Gerechten nicht Gerechter unter den Gleichen?
  • Oder die kulturell sich an den Dänem vergehenden Nitwits aus der Brasserie Lorraine?

Die Wahl ist eröffnet.


Schon einmal hat eine Versorgungskrise eine deutsche demokratische Republik zum Fall gebracht. Schafft Gas, was Bananen einst zu Wege gebracht haben? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, dass Annalena Baerbock bereits Angst vor Volksaufständen hat, die dieses Mal nicht von Bananen-, sondern von Gasmangel ausgelöst werden. Indes hat diese Angst nur 188 unserer Leser (17,9%) überzeugt. Das reicht nicht. Das ist Platz 2.

Klar geschlagen wurde ABB von Nancy Faeser, die ihre Verachtung für alle, die unter Demokratie Demokratie, freie Meinungsäußerung, von Faeser-Meinung-abweichende Meinungsäußerung verstehen, klar herausgebrüllt hat. Platz 1 verdächtig war das für 353 Leser (33,5%), und damit ist Nancy Faeser zum Denkbehinderten der Woche 29 gewählt worden. Bleibt noch Platz 3 nachzutragen: Katharina Reich und die österreichische BASG haben ihn ergattert: 144 Leser (13,7%) fanden den Vorschlag, Probleme mit überschrittenen Haltbarkeitsdaten dadurch zu beheben, dass man die Haltbarkeitsdaten verlängert, überzeugend.

Auf den Plätzen folgen:

  • Volker Quaschning (118 Stimmen, 11,2%);
  • FU “Monti” Montgomery (101 Stimmen, 9,6%);
  • Klara Geywitz (54 Stimmen, 5,1%);
  • Willi Andresen (50 Stimmen, 4,8%);
  • Franziska Giffey (45 Stimmen, 4,3%);

Wenn Sie nachlesen wollen, was genau die Aspiranten titelverdächtig gemacht hat, dann können Sie das hier tun.



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Von Veritatis

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