Einen erschreckenden Einblick in neulinke Denkwelten erlaubten jetzt die „Jungsozialisten“, die Nachwuchsorganisation der SPD. Der gehörte ich früher selbst einmal an – und war schon damals verwundert, wie der linke Flügel hinter verschlossenen Türen die DDR für das bessere Deutschland hielt und als Vorbild sah: Es ist dieses Milieu, das heute in der SPD mit den Ton angibt.

Jetzt schreiben die Jusos zum Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944, nach dem Claus Schenk Graf von Stauffenberg und viele Gleichgesinnte ihren Mut und ihr Gewissen mit dem Leben bezahlen mussten, die Tat sei kein Beispiel eines „anständigen Antifaschismus“ gewesen. Stauffenberg sei, so der SPD-Nachwuchs, „Nationalist, Antidemokrat und Antisemit, wie der Rest der Nazi-Bande auch.“

„Anständiger Antifaschismus“ sei das, was sie selbst machten, so die Jusos: Sich wie ihre „Genoss*innen jeden Montag bei Wind und Wetter rechten und verschwörungsideologischen Aufmärschen entgegenstellen.“

Das muss man sich einmal vorstellen! Die Jungsozialisten halten ihren Gratismut, mit dem sie sich sehr zum Wohlgefallen von Politik, Medien und Zeitgeist auf Regierungskritiker stürzen, für bedeutender als den Mut von Menschen, die trotz drohender Todesstrafe und Sippenhaft für die ganze Familie gegen den Diktator Hitler die Hand erhoben.

Sie halten sich allen Ernstes für mutiger als Stauffenberg und seine Mitverschwörer.

Sie glauben, ihr Einsatz als Helfershelfer der Regierung gegen Regierungskritiker, für den der Applaus der Parteiführung, Karrierechancen und Staatsgeld so gut wie sicher sind, sei „Widerstand“.

Mir fehlen da nur noch die Worte.

Das ist Realitätsverlust in der politmedialen Blase im Endstadium.

(Moralischer) Größenwahn.

Und ein Abgleiten in linksradikale Scheinwelten.

„Merkt eigentlich in der SPD-Führung noch irgend jemand, wohin der linksradikale Nachwuchs da gerade abdriftet?“, fragt Michael Paulwitz in der JF. Anders als ich war er wohl nie selbst ein Juso und weiß deshalb nicht aus eigener Anschauung, dass ein nicht unbedeutender Teil der heutigen Parteiführung genau so tickte – und wohl im Inneren auch noch tickt. Außerdem sind Ideologen wie Bundesinnenministerin Nancy Faeser derart mit ihrem „Kampf gegen Rechts“, wie die Bekämpfung von Regierungskritikern heute heißt, beschäftigt, und derart blind auf dem linken Auge, dass ihnen kaum etwas auffallen kann.

Der große Sozialdemokrat Kurt Schumacher war ein großer Gegner eines jeden Totalitarismus, und nannte die Kommunisten „rotlackierte Nazis“. Heute tummeln sich diese in seiner eigenen Partei.

Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Bild: geogif/Shutterstock
Text: br

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Von Veritatis

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