Das politische Irrenhaus, zu dem Deutschland mit Amtsantritt der Ampel-Regierung endgültig mutiert ist, lässt sich derzeit wie unter einem Brennglas auf der Nordseeinsel Sylt besichtigen: Wohlstandslinke und Grüne verstehen die Welt nicht mehr – weil dank des 9-Euro-Tickets (das von ihren gewählten Politikern erkoren wurde) plötzlich auch der „Bodensatz der Gesellschaft“ zu reisen beginnt – und in die Wohlfühl- bzw. Komfortzonen der haltungsbeseelten Reichen eindringen. So haben sich die Weltverbesserer das aber nicht vorgestellt!

Sylt ist fast schon wieder so versnobt wie vor der Pandemie: Nicht nur, dass Finanzminister Christian Linder nichts dabei fand, dort mitten in der schlimmsten Krise seit Jahrzehnten eine dreitägige Hochzeit zu feiern, während die Bürger inflationsbedingt immer weniger Geld haben und in Sorge um ihre Strom- und Gasrechnungen sind; das Refugium der Schönen und Reichen wird seit Wochen auch von regelrechten Punkhorden heimgesucht, die sich dank des von der Regierung eingeführten Billig-Massentickets mühelos den Trip in jeden Winkel der Republik leisten können – eben auch über den Hindenburgdamm auf die schicke Nordseeinsel.

„Toleranzgrenzen überschritten”

Vor allem Gastronomen sind von dem Ansturm der Punks betroffen. Die ungebetenen Gäste waren letzte Woche dazu übergegangen, eine Rossmann-Drogeriefiliale zu belagern, was eine Teilnehmerin so erklärte: „Hier ist Schatten und der Brunnen ist uns zu eklig geworden, weil viele da reingepisst haben und das Wasser nicht mehr schön ist.“ Der Vorsitzende des Hauptausschusses, Holger Flessau (CDU), sagte: „Das Problem ist, dass Toleranzgrenzen überschritten werden, und die haben wir schon sehr weit erweitert.“ Flessau verwies auf Sachbeschädigungen und permanente Verunreinigungen durch Kot und Urin infolge des Alkoholkonsums.

Den Geschäftsleuten sei dies nicht mehr zuzumuten, inzwischen gehe es um Existenzen. Er forderte: „Wir brauchen eine Lösung. Bis Ende August halten wir das nicht durch.“ Dann läuft das Neun-Euro-Ticket ab. Es soll nun ein „Runder Tisch“ mit Polizei, Ordnungsamt, dem Bürgermeister und dem Bürgervorsteher gebildet werden, der Maßnahmen einleitet, um die Anarchie zu beenden. Ein eigener Sicherheitsdienst war dazu bislang nicht fähig. Allerdings stehen der Insel in den nächsten sechs Wochen noch weitere Herausforderungen bevor: Für diesen Monat haben sich Rechte und Linke zu Demonstrationen angekündigt.

Anfang August geht die Party erst richtig los

Und zwischen dem 1. und 14. August wollen Linke, die sich selbst als „Pöbel“ bezeichnen, unter dem Namen „Aktion Sylt“ ein „Protestcamp” durchführen, wofür bis zu 1.000 Teilnehmer erwartet werden. Damit soll gegen die steigende ökonomische und soziale Ungleichheit protestiert werden. Zukunft und Zufriedenheit der kommenden Generationen seien, so die Veranstalter, durch soziale, ökonomische und ökologische Ungleichheit stark gefährdet. In den beiden August-Wochen will man die Dringlichkeit dieser Krisen am Beispiel von Sylt erneut bewusst machen. Der Einwohnerschwund auf Sylt von 20.851 im Jahr 2011 auf 13.741 zehn Jahre später sei auf die immer teurer werdenden Mieten und Grundstückspreise zurückzuführen.

Mit solchen Aktionen bekommt die auch und gerade auf Sylt versammelte Kaviar-Linke das zu sehen, was sie selbst geschaffen hat; hier zwar ausnahmsweise einmal nicht in Gestalt der sogenannten „Migrantifa“, sondern des einst vom damaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel so genannten „Packs“ der sozialen Unterschicht. Ironischerweise gehört die Insel zu Schleswig-Holstein, das von einer schwarz-grünen Regierung unter dem CDU-Ministerpräsidenten Daniel Günther regiert wird – der sich inhaltlich in praktisch gar nichts mehr von den Grünen unterscheidet. Seine völlig auf links gezogene CDU erzielte bei den Landtagswahlen im Mai 42 Prozent der Erst-und 43 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Grünen waren es 19 bzw. 18 Prozent, wobei sie insgesamt zehn Prozent mehr Stimmen erhielten als bei der letzten Landtagswahl.

Linker Mainstream bekommt die Quittung

Sylt bildete dabei keine Ausnahme: Die Grünen holten hier 17 bzw. 15 Prozent, wobei sie bei den Erststimmen einen Zuwachs von neun Prozent und bei den Zweitstimmen von fünf Prozent verbuchten. Es trifft also nicht unbedingt die „Falschen“; die Wähler erhalten hier jetzt just das, was sie ganz offensichtlich wollen. Die seit Jahren geschürte Klimahysterie, der Hass auf Recht und Ordnung, auf Eigentum, vernünftige Umgangsformen und ähnliches: All das entlädt sich nun im eigenen Vorgarten einer linken Schickeria, die sich diese Agenda nur aus Lifestyle-Gründen zu eigen macht, aber keine Sekunde daran denkt, tatsächlich irgendwelche Opfer zu bringen, oder die gesamtgesellschaftlichen Schäden reflektiert, den dieser zügellose Wahnsinn zunehmend anrichtet.

Weil man ihn selbst nicht ernstnimmt, glaubt man auch nicht an die damit einhergehenden Gefahren. Und diese Gefahren können die Grünwähler nun seit Wochen vor der eigenen Haustür beobachten. Zu einem Umdenken wird dies jedoch immer noch nicht führen: Wenn der Spuk in sechs Wochen vorbei ist, wird man auch auf Sylt wieder zur Tagesordnung übergehen, ohne einen Zusammenhang des gerade erlebten Chaos mit der Ideologie herzustellen, die man selbst befördert.





Source link

Von Veritatis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.