Die Windkraft gilt als wichtiger Baustein der Energiewende und soll dabei helfen, die Abhängigkeiten von Öl und Kohle zu verringern. Doch der unbeirrte grünideologische Siegeszug der Windräder rottet vielerorts in Deutschland ganze Tierarten aus, so auch die Fledermaus.

von Alexander Schwarz

Dass Windräder aufgrund ihrer vollkommenen Abhängigkeit vom Wetter nicht nur untauglich sind, in einer unbeständigen Windregion wie Deutschland die Energieversorgung flächendeckend sicherzustellen, und dass daran auch eine – umweltzerstörerische und landschaftsverschandelnde – Vervielfachung der installierten Kapazitäten nichts ändert, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Doch der unbeirrte grünideologische Siegeszug der Windräder sorgt auch für ein regelrechtes Massaker unter verschiedenen Tierarten – was die Profiteure und Fürsprecher dieser Technologie jedoch nicht kümmert. Dabei sind die schrecklichen Folgen für die Fauna nicht mehr zu leugnen: Im Umfeld von Windrädern gibt es generell weit weniger Vögel – deren Bestand in Deutschland ohnehin abnimmt -, doch vor allem auch Fledermäuse fallen ihnen zum Opfer.

Dies wiederum führt dazu, dass sich schädliche Insekten, wie etwa Käfer, Raupen, Fliegen oder Schmetterlinge, rasant vermehren, die ansonsten von den Fledermäusen gefressen würden, wie eine Analyse der Mageninhalte der durch Windräder getöteten Tiere durch das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung ergab. Hingegen sind von Bestandeinbrüchen bedrohte Nützlinge wie Bienen von dieser Prädatorenausdünnung nicht betroffen. Zwanzig Prozent der im Umfeld von Windkraftanlagen gefundenen Insekten gelten in der Land- und Forstwirtschaft als Schädlinge, weil sie Bäume, Nutzpflanzen oder Früchte anfressen oder Pflanzenkrankheiten übertragen – und Fledermäuse sind eine große Hilfe bei der Eindämmung dieser landwirtschaftlichen Schäden; gerade wegen der Populationsrückgänge vieler Singvogelarten kommt ihnen eine zunehmende ökologische Bedeutung zu. Dieser positive Effekt wird durch die „grüne“ Windenergie zunichte gemacht.

Im Unterdruck zerplatzende Tierlungen

Dass so viele von ihnen durch Windkraftanlagen sterben, sei mittlerweile ein relevantes Thema für die Land- und Forstwirtschaft, teilte das Leibniz-Institut mit. Das Problem dürfte sich in den nächsten Jahren massiv verstärken, da die Ampelkoalition ja den rücksichtslosen weiteren Ausbau der Windkraft inklusive flächendeckender „Verspargelung“ Deutschlands betreibt. Dabei sind es nicht unbedingt die Windrotoren selbst, die den Tod der Fledermäuse verursachen, sondern die gewaltigen plötzlichen Luftdruckunterschiede, die sich beim Drehen der Flügel ergeben. Diese führen bei den filigranen heimischen Fledermausarten zu tödlichen inneren Verletzungen wie dem Platzen der Lungen. Bei landesweit derzeit rund 30.000 Anlagen und jährlich zehn getöteten Fledermäusen pro Anlage (von diesen Zahlen gehen die Berliner Wissenschaftler aus) bedeutet dies hunderttausende getötete Fledermäuse – und -zig Milliarden nichtvertilgter Insekten. Infolge die dadurch steigenden Insektenzahlen entsteht wiederum ein höherer Bedarf an Pflanzenschutzmitteln – damit enorme, stetig steigende Mehrkosten für die Landwirte. Sie sind es, die für den grünen Windwahn nicht nur mit dem Verlust von Anbauflächen, sondern auch mit Mehrkosten für – zusätzlich umweltschädliche – Insektizide belastet werden.

Betroffen von dieser rücksichts- und verantwortungslosen grünen Naturzerstörung sind praktisch alle hiesigen Fledermausspezies. Von den weltweit rund 1.400 bekannten Fledermausarten leben 25 in Deutschland. Während die getöteten Zwergfledermäuse meist aus der jeweiligen Region kommen, stammen die sich in Deutschland aufhaltenden Rauhautfledermäuse fast ausschließlich aus Weißrussland und dem Baltikum. Auch Große und Kleine Abendsegler kommen zumeist aus dem Baltikum und Skandinavien. Aufgrund der geringen Fortpflanzungsrate bei Fledermäusen hat dieses vermeidbare völlig unnötige Massensterben schwere Rückwirkungen auf die Heimatpopulationen, die sich nur sehr langsam, wenn überhaupt, erholen.

Erhöhter Insektizidbedarf durch rapide Insektenvermehrung

Die an der Untersuchung beteiligte Wissenschaftlerin Carolin Scholz erklärte dazu: „Der Verlust dieser Schlagopfer ist für die Populationen oftmals schwierig abzufangen, da die betroffenen Arten geringe Reproduktionsraten haben. Es verschwinden jedoch nicht nur Individuen aus der Landschaft, sondern potenziell gehen auch ihre Interaktionen in komplexen Nahrungsnetzen verloren.“

Würden Windkraftanlagen während hoher Fledermausaktivität zumindest temporär stillgelegt, rechnet Scholz vor, könnte die Todesrate getöteter Individuen vermutlich auf ein bis zwei Tiere pro Windrad und Jahr gesenkt werden; dies wird aber natürlich nicht passieren, weil Kritik an der Windenergie erstens verpönt ist, sie zweitens noch erheblich ausgebaut werden soll und drittens die ohnehin prekäre Energieversorgung dadurch noch weiter beschränkt würde – weil die verlässlichen, weil grundlastsichernden Energieformen von derselben Politik kaputtgeredet und vernichtet werden, die den planwirtschaftlichen Wind- und Solartrip dauerpropagiert. Immerhin können Waldbesitzer und Landwirte den bedrohten Tieren helfen, indem sie Quartiere und Verstecke sowie kleinräumige Strukturen schaffen oder erhalten. Ein schwacher Trost – und angesichts des unaufhaltsamen Ausbreitung der Windräder ein hoffnungsloses Unterfangen.

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Von Veritatis

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